Aktuell

Neue Infos zu Oper live, im Kino und Internet unter Beers Tipps!

Musiktheater in Mondlandschaft

Unvergesslich: modernes Musiktheater in der Mondlandschaft der Kohlenmischhalle der erst im Dezember 2015 stillgelegten Zeche Auguste Victoria in Marl mit der gigantischen und imposant beweglichen Kohlenmischmaschine. In der Rubrik  Reisen finden Sie von unserem neuen Mitglied Ursula Lauterbach einen ersten Bericht über unsere Bonn/Marl-Reise. Unser Bild zeigt eine Szene aus der Uraufführung Die Fremden mit dem Orchester Asko/Schönberg unter Reinbert de Leeuw, der Sopranistin Katrien Baerts (hinten) sowie den Schauspielern Pierre Bokma, Elsie de Brauw, Benny Claessens, Sandra Hüller und Risto Kübar.  

Foto: JU/Ruhrtriennale

 

 

Unsere nächste Veranstaltung

Dr. Martin Dürrer, Editionsleiter der Richard-Wagner-Briefausgabe, spricht am 11. Oktober um 19.30 Uhr im Hotel Bamberger Hof über Wagners Briefe. Unser Bild zeigt ihn, umgeben von viel Wagner-Büchern, in seinem Arbeitsplatz in Würzburg.                                            Foto: Isabel Kraft

 

»Wenn ich nur nicht so entsetzlich viel Briefe zu schreiben hätte! Ich komme rein zu gar nichts.« So lautet eine der vielen Klagen Richard Wagners über die Nötigung zum Briefeschreiben, hier in einem Brief vom 9. Oktober 1859 an den Sänger Joseph Tichatschek. Tatsächlich hat Wagner neben seinem künstlerischen Oeuvre und seinen Schriften ungefähr 10 000 Briefe hinterlassen. Diese sind unentbehrliche Quellen für die Kenntnis von Wagners Biographie und für das Verständnis seiner Werke und darüber hinaus zentrale Dokumente der Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts.

 

Die im Jahr 1967 begonnene Ausgabe Richard Wagner: Sämtliche Briefe liefert erstmals eine wissenschaftlich-kritische Edition sämtlicher erreichbarer Briefe des Komponisten. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der umfassenden Kommentierung, die nicht nur den einzelnen Briefen, sondern auch größeren thematischen Zusammenhängen gewidmet ist. Bis heute sind von dieser Briefgesamtausgabe bereits 23 Bände erschienen, die – mit einer Lücke durch Band 20, der aber in absehbarer Zeit herauskommen wird – im Jahr 1830 starten und inzwischen bis Ende 1872 reichen.

 

Das Jahr 1872 war im Leben Richard Wagners von entscheidenden Ereignissen geprägt, aus denen der Umzug mit der Familie an den neuen Wirkungsort Bayreuth und die effektvoll inszenierte Grundsteinlegung des Festspielhauses herausstechen. Neben der Konsolidierung des jungen Festspielunternehmens arbeitete Wagner weiter am dritten Akt der Götterdämmerung, verfasste mehrere musiktheoretische

Schriften und trieb die Veröffentlichung seiner Autobiografie Mein Leben voran. Und er schrieb täglich mindestens einen Brief.

 

In der Summe sind es tatsächlich 401 überlieferte Briefe und Telegramme allein aus diesem Jahr, die Martin Dürrer, seit 2015 Editionsleiter der Richard-Wagner-Briefausgabe am Institut für Musikforschung der Universität Würzburg, in dem neu erschienenen Band 24 ausführlich dokumentiert. Dürrer ist seit der

wissenschaftlichen Neukonzeption 1999 der Edition kontinuierlicher Mitarbeiter und Herausgeber und kommt am Dienstag, 11. Oktober um 19.30 Uhr zu einem Vortrag ins Hotel Bamberger Hof. Er wird zunächst die Geschichte der

editorischen Bemühungen um Wagners Korrespondenz kurz skizzieren, um dann in

lockerer Folge ausgewählte Briefe aus den bisher erschienenen Editionsbänden im

jeweiligen Lebens- und Schaffenskontext zu präsentieren.

 

Zur Person: Martin Dürrer wurde 1962 in Dortmund geboren. Nach dem Studium der Fächer Musikwissenschaft und Romanische Philologie an der Ruhr-Universität Bochum folgte 1991 der Abschluss als Magister Artium, 1993 die Promotion bei Werner Breig. Von 1993 bis 1997 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Musikwissenschaftlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum im Projekt »Richard-Wagner-Briefeverzeichnis« und zugleich Lehrbeauftragter. 1998

bis 2008 folgte die Mitarbeit in der Arbeitsstelle »Richard-Wagner-Briefausgabe«

am Institut für Musikwissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit 2009

ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Musikforschung der

Universität Würzburg im DFG-Langzeitprojekt »Richard-Wagner-Briefausgabe«.

Martin Dürrer ist Herausgeber der Briefbände 11 (1859), 12 (1860), 13 (1861),

16 (1864), 17 (1865), 22 (1870), 24 (1872) und legte weitere Publikationen zu

Leben und Schaffen Wagners vor. Von 2007 bis 2015 war er Mitglied des

Herausgeberkollegiums, seit 2015 ist er Editionsleiter der Wagner-Briefausgabe. Die Briefbände erscheinen bei Breitkopf & Härtel.

 

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Neuere Einträge finden Sie auch unter Termine, Reisen und Beers Tipps! Und hier noch ein lesenswerter Artikel: 

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/musikfestivals-2016-als-der-sommer-weiblich-klang-ld.111538

sowie ein aktuelles Interview mit Katharina Wagner:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=61103

Nicht zu vergessen: Am 11. September gibt es auf arte um 23.05 Uhr die Dokumentation »Der Klassikrebell« über Teodor Currentzis und seine Don Giovanni-Einspielung in Perm. Am 12. April 2017 gastiert Currentzis mit dem MusicAeterna-Orchester in Meiningen. Wir fahren hin! (siehe Termine und Reisen)

http://www.arte.tv/guide/de/061697-000-A/currentzis-der-klassikrebell

 

Unsere Stipendiaten in Bayreuth

Erstmals in seiner Geschichte hat der Richard-Wagner-Verband Bamberg gleich drei jungen Nachwuchskünstlern den kostenlosen Besuch von drei Aufführungen der Bayreuther Festspiele ermöglicht. Unser Foto zeigt unsere Stipendiaten 2016 am 15. August vor dem Festspielhaus (von links): Florentine Schumacher, Sopranistin aus Frankfurt, Bartosz Szulc, Bassist aus Łódź, sowie die aus Japan stammende Pianistin und Korrepetitorin Yuka Beppu, die alle drei 2015 erstmals bei der Zauberflöte-Produktion der SommerOper Bamberg aufeinander trafen und als Papagena, Sarastro bzw. Glockenspiel-Spielerin mitwirkten. Auch das Bamberger Publikum darf sich auf ein Wiedersehen freuen. Am 17. November bestreiten die drei im Spiegelsaal der Harmonie unser großes Stipendiatenkonzert. (Mehr Infos zu unseren Stipendiaten finden Sie unter dem entsprechenden Punkt in der Menue-Leiste oben)

 

Die auf Wunsch Richard Wagners 1882 ins Leben gerufene Stipendienstiftung vermittelt alljährlich insgesamt 250 jungen Sängern, Musikern und sonstigen Bühnenschaffenden aus dem In- und Ausland den kostenlosen Besuch von mehreren Aufführungen der Bayreuther Festspiele und verschafft ihnen damit wertvolle Impulse für den weiteren künstlerischen Werdegang. Zahlreiche ehemalige Stipendiaten waren oder sind Mitwirkende der Bayreuther Festspiele. Die Stipendiaten unternehmen eine fünftägige Reise in die Welt Richard Wagners und der Bayreuther Festspiele. Neben den Opernaufführungen – heuer konnten die Stipendiaten am Sonntag den Fliegenden Holländer, am Montag Parsifal und am Dienstag Götterdämmerung im Festspielhaus erleben – stehen Einführungsvorträge, eine Kranzniederlegung am Wagnergrab, diverse Führungen, Empfänge und Museumsbesuche auf dem Programm. Zum Abschluss der Veranstaltungen findet diesmal am 17. August ein öffentliches Konzert von ausgewählten Stipendiaten im Großen Haus der Stadthalle Bayreuth statt.                                        Foto: Jürgen Gröbel 

 

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Neue Bücher von unseren Referenten

Gleich von mehreren Referenten unserer Vortragsreihe gibt es neue Buchveröffentlichungen. Eva Rieger, die uns im April gemeinsam mit Wagner-Urenkelin Dagny Beidler Hablützel mit Malwida von Meysenbug, eine wichtige Freundin der Wagner-Familie, vorstellte, hat sich in ihrer neuesten Biografie ausführlich Frida Leider (1888–1975) gewidmet. Das Buchcover von Frida Leider. Sängerin im Zwiespalt ihrer Zeit zeigt die hochdramatische Sopranistin nicht umsonst als Brünnhilde: Frida Leider wurde zwar auch als Verdi- und Mozartinterpretin gefeiert, vor allem aber als die Wagner-Heroine – ob in Berlin, London, Chicago, New York, Mailand, Paris oder Bayreuth. Die erste Leider-Biografie stützt sich auf umfangreiche Archivrecherchen und geht auf die herausragenden gesanglichen Fähigkeiten Leiders ebenso ein wie auf die Problematik der Kunstausübung im totalitären NS-Regime. Als »jüdisch Versippte« ließ Bayreuth die Künstlerin schließlich fallen, woran letztlich ihre Karriere zerbrach. (269 S., mit zahlreichen Abb., Olms Verlag, 22 Euro)

 

 

Markus Kiesel, der uns im vergangenen November die wenig bekannten Entwürfe und Pläne für Richard Wagners Festtheater in München vorstellte, hat dem leider schon vergriffenen Standardwerk über das Bayreuther Festspielhaus jetzt einen weiteren, wiederum deutsch- und englischsprachigen Text-/Bildband folgen lassen. Wahnfried. Das Haus von Richard Wagner heißt der gemeinsam mit Joachim Mildner herausgegebene Band, der einen architektonischen Schwerpunkt hat, aber aufzeigt, dass und warum Wahnfried weitaus mehr als bloß eine Beispiel gebende Künstlervilla war. Mit historischem und aktuellem Bildmaterial reich illustriert, zeichnet das Buch die faszinierende Geschichte des Hauses bis hin zur 2015 fertiggestellten Grundsanierung und Errichtung von Erweiterungsbauten nach. Neben dem zentralen Beitrag zur Baugeschichte von Verena Naegele , die auch die erste Sonderausstellung im neu gestalteten Wagnermuseum verantwortete, melden sich weitere renommierte Fachleute zu Wort, darunter der Architekt Volker Staab, die Europa- und Kunstrechtsexpertin Gerte Reichelt und mit Nike Wagner eine Vertreterin jener Urenkel, die zuletzt in Wahnfried wohnten. (176 Seiten, Hardcover, über 200 farbige Abbildungen,  darunter ein Sterbesofa-Gemälde unseres Mitglieds Karlheinz Beer, ConBrio Verlag, 48 Euro)

 

Bleibt noch Holger Noltze, der nach seinem hochgelobten Buch Liebestod. Wagner, Verdi und wir bei uns im März von Matthias Hain ausführlich befragt wurde. Der Musikjournalist und Professor für Musik und Medien an der TU Dortmund hat die Musikerlegende Menahem Pressler interviewt, der 53 Jahre lang als Pianist beim Beaux Arts Trio wirkte und nach der Auflösung des Trios eine faszinierende Spätkarriere anschloss. Dieses Verlangen nach Schönheit heißt der Gesprächsband, der das erste Werk über und mit Menahem Pressler in deutscher Sprache ist: eine kluge und beherzte Annäherung an die Frage, warum wir auf Musik in unserem Leben nicht verzichten dürfen. Für Hiesige ist das Buch ein Muss, denn der 1923 in Magdeburg geborene und 1939 mit seiner Familie nach Palästina geflohene Pressler wird bekanntlich am 13. und 14. Oktober 2016 sein spätes Debüt bei den Bamberger Symphonikern geben. Gut möglich, dass Holger Noltze dann auch in der Konzerthalle sein wird . . . (200 Seiten, 15 SW-Abb., Edition Körber-Stiftung, 18 Euro)
Apropos: Holger Noltze wurde im Kontext der Parsifal-Neuinszenierung in Bayreuth vom Deutschlandfunk darüber befragt, was es auf sich hat mit Religion auf der Bühne und wie das von Wagner so benannte Bühnenweihfestspiel auf das  Publikum wirkt. Ist lesenswert!
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Neuigkeiten aus Bayreuth

Marimbaklänge im Bruderwald

Felix Uttenreuther, unser letztjähriger Stipendiat, gibt auf Einladung der Bayerischen Staatsforsten gemeinsam mit Sarah Rempe am 4. August 2016 von 19 bis 21 Uhr im Bruderwald ein Konzert, das unter dem Motto »Lausch mal!« steht. Die Darbietung findet auf der Erlebniswiese des Walderlebnispfades statt (www.erlebe-bruder-wald.de), der Eintritt ist frei. Die Erlebniswiese ist ausgeschildert ab Eingang Bruderwald hinter dem Klinikum Bamberg (an der Wendeschleife der Buger Straße, 96049 Bamberg). Parkplätze sind leider nur in begrenzter Anzahl am Waldparkplatz/P Klinikum vorhanden. Mit dem Stadtbus (VGN) ist der Bruderwald aber gut über die Linien 918 und 937 Haltestelle »Am Bruderwald« (zeitweise »Klinikum«) erreichbar. Fahrräder können direkt an der Erlebniswiese abgestellt werden. Für eine kleine Erfrischung wird gesorgt. Es gibt jedoch weder Stühle noch ein Zelt. Bei schlechtem Wetter muss das Konzert leider ausfallen. Als Sitzgelegenheiten stehen einige Baumstämme zur Verfügung. Klappstühle oder Decken wären empfehlenswerte Accessoires für den Konzertabend. Die Vogelwelt wird wohl kurzzeitig verstummen ob des Trommelwirbels. Vielleicht hören sich aber auch die Spechte des Bruderwaldes ein Stück ab von der ausgefeilten Technik des Schlagzeugsounds und trommeln künftig in modernen Rhythmen. Wie auch immer: »Der Wald legt das Lauschen nahe« (Hermann Hesse).

 

Für Felix Uttenreuther geht das Jahr übrigens gut weiter: Ab der kommenden Spielzeit ist er Akademist bei den Nürnberger Philharmonikern im Opernhaus. Diese Stelle sieht neben dem Mitwirken bei monatlich fünfzehn Proben und Konzerten auch Unterricht bei Orchestermusikern sowie Probespieltrainings vor und geht über den Zeitraum von zwei Jahren. Wir gratulieren und freuen uns mit ihm. Unser Bild zeigt ihn bei der Eröffnung des Mahnmals für Widerstand und Zivilcourage am 25. Juni 2016 (mit Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und OB Andreas Starke im Hintergrund). Foto: Mechthildis Bocksch/Willi-Aron-Gesellschaft Bamberg

 

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Ein paar Links zu »Parsifal«-Kritiken

Bayreuth auf BR Klassik

Heute gibt's Wagner satt: BR Klassik setzt am 30. Juli um 17.57 Uhr die Reihe der Festspielübertragungen fort mit dem Fliegenden Holländer, im Fernsehen folgt um 20.15 Uhr auf 3SAT die Parsifal-Neuinszenierung - ein verzwickter Fall, denn entweder verpasst man vom Holländer die letzte Viertelstunde oder vom Parsifal den Beginn . . . Weitere Bayreuth-Produktionen im Radio auf BR Klassik sind jeweils um 18.05 Uhr am 7. August Die Walküre, am 13. August Siegfried, am 14. August Götterdämmerung und am 27. August Tristan und Isolde.

 

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»Parsifal« im Livestream und auf 3SAT

Wem das Geld für die etwas zeitversetzte Kino-Übertragung der Bayreuther Festspielpremiere zu schade ist – im Bamberger Cinestar werden die Aufzeichnungen ohnehin nicht mehr gezeigt, weil das von den

Met-Übertragungen verwöhnte Publikum sich über die technische Mängel der Bayreuther Opernfilme beklagte – der braucht nicht zu darben: Den

Premieren-Parsifal aus Bayreuth gibt es am Montag um 16 Uhr kostenlos als Livestream auf BR Klassik und am 30. Juli um 20.15 Uhr auf 3SAT kostenlos im Fernsehen – in beiden Fällen dann ohne den nur fürs Kino agierenden Moderator

Axel Brüggemann und Katharina Wagner. Letztere macht das offenbar nur für jenes

zahlende Publikum, von dem die BF Medien GmbH profitiert. Hier die entsprechenden Links: 

http://www.wagner-im-kino.de/

https://www.br-klassik.de/concert/ausstrahlung-775304.html

https://www.3sat.de/page/?source=/musik/187217/index.html

http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/festspiele-die-substanz-schwindet_496950

 

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Ein Kino-Tipp

Unser Mitglied Inge Bayer-Melzer schickt uns folgenden Kino-Tipp: »Zur Zeit läuft im Odeon-Kino (Luitpoldstraße) ein sehr interessanter, wunderschön authentisch gemachter Film, den ich Ihnen sehr empfehlen möchte: Lou Andreas-Salomé,

ein Film über eine sehr bemerkenswerte Frau, die schon sehr jung die überlieferte

Rolle der Frau und die nur von Männern bestimmte Welt Ende des 19. Jahrhunderts

ablehnte, statt dessen eine philosophische Karriere einschlug, Gedichte schrieb, sich in intellektuellen Kreisen bewegte und nicht zuletzt die Muse berühmtester Männer dieser Zeit gewesen ist, wie zum Beispiel Rainer Maria Rilke, Friedrich Nietzsche, um nur diese zu nennen. Sie lernte Freud kennen, wandte sich der Psychoanalyse zu und verkehrte auch im Hause Malwida von Meysenbugs, kurzum – eine absolut

außergewöhnliche, bemerkenswerte und viel zu wenig bekannte Frau, die stets die

Fahne der Gleichberechtigung hoch hielt. Dazu ist an der Kasse eine Bildbiographie

mit vielen Originalfotos aus dieser Zeit für zehn Euro zu erhalten. Ebenfalls

grandios. Hoffe sehr, dass Sie diesen Film anschauen können, gibt er doch ein

wunderbares Zeitzeugnis wieder!«

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Albert Giers Schwanengesang

Prof. Dr. Albert Gier, der unserem Verband lange als aktives Mitglied verbunden ist, also immer wieder auch als Referent und Kooperationspartner wirkte, hält am Dienstag, 12. Juli um 18 Uhr, unter dem Titel Schwanengesang von Sirenen seine Abschiedsvorlesung an der Bamberger Universität (Gebäude U 7/01.05 in der Austraße), zu der alle Interessenten willkommen sind. Seit 1988 war Albert Gier Inhaber der Professur für Romanische Literaturwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und forschte hier zur französischen und italienischen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart sowie zum Text im Musiktheater und zu den Beziehungen zwischen Literatur und Musik. 1994 gründete er das Dokumentationszentrum für Librettoforschung; ein Schwerpunkt war die Sammlung von Primär- und Sekundärliteratur auf dem gesamten Gebiet der Libretto-, Opern- und Operettenforschung von den Anfängen bis zur Gegenwart. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zum Text in Oper und Operette. Mit den Bamberger Vorträgen zum (Musik-)Theater begann 2003 auch die Zusammenarbeit mit unserem Richard-Wagner-Verband.
In seiner Abschiedsvorlesung widmet Gier sich den Sirenen. Sind es Mädchen, Vogel- oder Fischfrauen? Verheißen sie intellektuelle und erotische Lust, oder müssen Seefahrer, die sich ihnen nähern, ihre Kühnheit bitter bereuen? Schon seit der Antike ranken sich um die Figur der Sirene zahlreiche Mythen – und auch heute noch beschäftigt sich die kollektive Phantasie mit dem rätselhaften Geschöpf. Woher diese Faszination für Sirenen rührt und was sie so einzigartig macht, erfahren wir beim Gier'schen Schwanengesang.
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Schon wieder eine Dirigenten-Absage

Keine vier Wochen vor der Eröffnung haben die Bayreuther Festspiele keine Dirigenten mehr für ihre Parsifal-Premiere. Andres Nelsons hat um Auflösung seines Vertrags gebeten. Mehr dazu unter http://www.bayreuther-festspiele.de/news/170/details_44.htm und unter http://www.welt.de/kultur/buehne-konzert/article156704933/Eklat-in-Bayreuth-Parsifal-ohne-Dirigent.html

http://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Uebersicht/Dirigent-Andris-Nelsons-sagt-Premiere-bei-Wagner-Festspielen-in-Bayreuth-ab

 

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Wagnerischer Geburtstagsgruß

Bekanntlich hat sich Richard Wagner auch selbst zum Geburtstag gratuliert, in humorvoller Gedichtform, die in seinen gesammelten Schriften gleich in zwei Versionen überliefert ist. So schrieb er am 19. Mai 1855 von London aus seiner Frau Minna nach Zürich:

Im wunderschönen Monat Mai

kroch Richard Wagner aus dem Ei:

ihm wünschen, die zumeist ihn lieben,

er wäre besser drin geblieben.

 

Und ebenfalls in den achtzehnhundertfünfziger Jahren überlieferte Wagners Freund Ernst Benedikt Kietz folgende Variante:

Im wunderschönen Monat Mai

kroch Richard Wagner aus dem Ei;

es wünschen Viele, die ihn lieben,

er wäre lieber drin geblieben.

 

Heutzutage geht natürlich alles anders, zum Beispiel reichlich tristanesk: http://www.classicfm.com/composers/wagner/guides/happy-birthday/#21odwagCxk9W8iQA.97

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Unsere Veranstaltung am 4. Juli

Es gab Zeiten, aber das ist Gott sei Dank schon länger her, da wurden Wagnerianer-Nasen gerne gerümpft, wenn mittlere oder gar kleinere Theater sich an die Werke des »Meisters« wagten. Dabei gab es schon immer Wagner-Aufführungen an Häusern, die weder eine große Bühne noch ein so großes Orchester hatten, wie es die Originalpartitur vorschreibt. Richard Wagner selbst hatte aus naheliegenden Gründen nichts dagegen, wenn seine Opern mit einer reduzierten Orchesterbesetzung aufgeführt wurden, denn nur dann konnten mehr Tantiemen fließen. Weithin bekannt sind vor allem die Fassungen von Alfons Abbass, einem Musiker der Meininger Hofkapelle, dessen Ring-Bearbeitung erstmals 1906/07 am damaligen Herzoglichen Sächsischen Hoftheater Coburg-Gotha aufgeführt wurde.

 

Doch es wird nicht nur um die »Coburger Fassungen« gehen, wenn Bodo Busse (Foto: Andrea Kremper), seit der Spielzeit 2010/11 Intendant des Landestheaters und designierter neuer Chef am Staatstheater Saarbrücken, bei uns über Wagner in Coburg: damals und heute spricht. Bei seinem Nachholtermin am 4. Juli um 19.30 Uhr wird Busse im Hotel Bamberger Hof unter anderem über die Besuche Wagners in Coburg berichten, über die Bühnenbildwerkstatt der Gebrüder Brückner, Wagners Lieblingssängerin Wilhelmine Schröder-Devrient, die in Coburg gastierte und dort auch starb – und nicht zuletzt über die Wagner-Aufführungstradition an seinem Haus, die mit dem Tannhäuser 1854 begann und mit dem auch von weitgereisten Wagnerianern gefeierten Lohengrin in der Saison 2013/14 garantiert noch nicht zu Ende ist.

 

Zur Person: Nach seinem Abitur in Filderstadt studierte Bodo Busse

Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft und Rhetorik in Tübingen. Er besuchte mehrere Meisterkurse für Opernregie bei Ruth Berghaus. Nach diversen Praktika und Assistenzen an der Staatsoper Stuttgart und am Opernhaus Zürich ging er als Musikdramaturg an das Staatstheater Mainz. Später wechselte er als Musikdramaturg und Assistent des Generalintendanten John Dew an das Theater Dortmund. Am Stadttheater Gießen war er Geschäftsführender Dramaturg mit Regieverpflichtung, bevor er von Dr. Manfred Beilharz als Musikdramaturg und Mitglied der Opernleitung an das Hessische Staatstheater Wiesbaden berufen wurde. Bodo Busse ist langjähriges Jury-Mitglied des internationalen Gesangswettbewerbs »German-Australian Opera Grant«, der jährlich in Melbourne ausgetragen wird. Seit der Spielzeit 2010/11 und noch bis zum Ende des Saison 2016/17 ist Bodo Busse als Intendant am Landestheater Coburg tätig, wobei er pro Saison auch mindestens eine Regiearbeit einbringt, darunter die Uraufführung der Musicaloper Dorian Gray, die Lohengrin-Oper von Salvatore Sciarrino, die szenische Collage Der Welt abhanden gekommen mit Musik von Gustav Mahler und Claude Vivier und zuletzt im Januar dieses Jahres Schuberts Winterreise (in der Orchesterfassung von Hans Zender und der Ausstattung unseres Mitglieds Karlheinz Beer). Bodo Busses Intendanz in Coburg sollte ursprünglich bis Sommer 2019 andauern; nachdem er erst kürzlich und ab der Saison 2017/18 zum neuen Intendanten des Staatstheaters Saarbrücken gekürt wurde, hat er zwangsläufig um vorzeitige Auflösung seines Vertrags in Coburg gebeten.

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Auftritt zur Mahnmal-Enthüllung

Unser Stipendiat von 2015, der Schlagzeuger und Perkussionist Felix Uttenreuther, sorgt am 25. Juni 2016 für die musikalische Umrahmung bei der Enthüllung des Widerstands-Mahnmals im Harmoniegarten Bamberg. Das von der Willy-Aron-Gesellschaft initiierte, von Bildhauer Albert Ultsch künstlerisch umgesetzte Mahnmal mit Bronzebüsten auf Stelen erinnert an drei Personen, die symbolisch für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der Region stehen: Willy Aron als Vertreter der Justiz und des politischen Widerstands der SPD, Hans Wölfel als Anwalt und Vertreter des kirchlichen Widerstands und Claus Schenk Graf von Stauffenberg als Vertreter des Widerstands innerhalb des Militärs.

Die Mahnmal-Enthüllung startet um 11 Uhr zunächst mit einem Festakt im E.-T.-A.-Hoffmann-Theater. Neben Festansprachen von Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und Prof. Dr. Susanne Talabardon von der Bamberger Universität steht unter anderem auch die Uraufführung der Kammersymphonie in fünf Sätzen Aufbruch/Widerstand/Stille von Eduard Resatsch, hauptberuflich Cellist bei den Bamberger Symphonikern, auf dem Programm. Um 12 Uhr folgt im Harmoniegarten die offizielle Mahnmal-Enthüllung, die musikalisch von unserem Stipendiaten umrahmt wird.    

 

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Künstlerisch aktive Mitglieder

Auch im Juni sind einige unserer Mitglieder künstlerisch aktiv: Das von Bühnen- und Kostümbildner Karlheinz Beer ausgestattete Schauspiel Die Grönholm-Methode steht nach der Premiere am 28. Mai noch am 5., 15. und 23. Juni 2016 im Großen Haus des Landestheaters Coburg auf dem Programm und wird  dort auch in der kommenden Saison zu erleben sein.  (Szenenfoto mit den vier Protagonisten, die bei ihrem Vorstellungsgespräch in einer surreal-abstrakten Szenerie unter anderem auch gemeinsam eine Pyramide bauen und dabei singen müssen: Andrea Kremper). 

audida, der Chor der Bamberger Kreismusikschule, den Harald Schneider gegründet hat und seither leitet, gibt am Samstag, 11. Juni, um 18 Uhr im Saal des  Frensdorfer Bauernmuseums gemeinsam mit dem Chor Reichwein Singverein aus Berlin sein heuriges Sommerkonzert. Unter der Leitung von Harald Schneider und Christian Höffling singen die beiden Chöre Liebeslieder aus drei Jahrhunderten und vielen Ländern. Sie besingen die Liebe, die man genauso braucht wie die Luft zum Atmen (All I need is the air that I breathe), die verlorene und wieder gefundene Liebe und das große Glück. Aber auch die Dramen wie Eifersucht und die unglückliche Liebe, die das ganze Leben wertlos scheinen lässt, dürfen in diesem abwechslungsreichen Programm nicht fehlen. Gemeinsame Konzertabende mit anderen Chören haben bei audida eine lange Tradition. Dieses Mal wird sie besonders gerne gepflegt, da Christian Höffling selbst jahrelang audida-Mitglied war, bevor er über Bremen nach Berlin ging und jetzt selbst als Chorleiter arbeitet. Der Eintritt zum Konzert ist frei, die Chöre freuen sich aber über Spenden zur Deckung der Unkosten.

Hugo Scholter (im Foto rechts) probt als Regisseur aktuell mit dem Bariton Christoph von Weitzel (links), der Sopranistin Margriet Buchberger und dem Tenor Christian Bauer für einen ganz besonderen Mozart-Abend am Samstag, 25. Juni um 19 Uhr im Rahmen der Orangerie-Konzerte im Hof von Schloss Unternzenn (bei Bad Windsheim): Im ersten Teil gibt es szenisch die frühe Mozart-Oper Bastien und Bastienne, mit Arieneinlagen aus anderen Mozartopern und unter der musikalischen Leitung von Ulrich Pakusch: Ein Schäferspiel um amouröse Verwirrungen und Irrungen, mit zauberischen Instruktionen wie damit umzugehen sei. Im zweiten Teil und der anbrechenden Abenddämmerung wird dann Eine kleine Nachtmusik in kammermusikalischer Besetzung mit dem Ensemble Rebekka Hartmann und Freunde, einem Streichquintett mit sechs Bläsern, zu hören sein. Bei schlechtem Wetter findet der Mozart-Abend in der Kirche St. Maria in Unternzenn statt. Kartenvorverkauf unter www.orangerie-konzerte.de

 

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Happy Birthday, Richard!

Am 22. Mai 2016 ist der 203. Geburtstag von Richard Wagner. Unter Beers Tipps finden Sie zwei Glückwunsch-Artikel. Und als ob der »Meister« persönlich ein Auge drauf gehabt hätte, veröffentlichen wir an seinem Ehrentag unter Reisen erstmals alle Details zu unserer diesjährigen großen Musik & Kunstfahrt im September! 

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Festspielkarten gibt es wieder online

Am 18. Mai gibt es ab 14 Uhr online wieder Festspielkarten zu kaufen, nachdem der Online-Kartenverkauf schon nach dem Erstverkaufstag am 1. Februar 2016 wieder geschlossen worden war. Angekündigt wurde die Aktion sehr kurzfristig heute auf der Homepage der Bayreuther Zeitung und des Bayerischen Rundfunks. Alles Weitere unter http://ticketshop.bayreuther-festspiele.de/de

 

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Pfingstmontags-»Meistersinger«

Nicht vergessen: Am 16. Mai um 16 Uhr wird auf BR Klassik live die Premiere der Meistersinger-Neuinszenierung aus der Bayerischen Staatsoper München übertragen – eine exzellent besetzte Produktion unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko, deren erste Aufführungen bis zur Sommerpause binnen weniger Minuten ausverkauft waren. Weitere Infos unter https://www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-684858.html und unter

https://www.staatsoper.de/staatsoper/stueckinfo/die-meistersinger-von-nuernberg/2016-05-16-16-00.html?tx_sfstaatsoper_pi1%5BfromSpielplan%5D=1&tx_sfstaatsoper_pi1%5BpageId%5D=545&cHash=914aa2a3dd9c8e93f6d540293ae606b1

Das äußerlich und inhaltlich hochwertige Max Joseph-Magazin der Staatsoper beschäftigt sich in seiner jüngsten Ausgabe ebenfalls mit Wagners Meistersingern, unter anderem mit einer Frageaktion an Künstler und Kulturschaffende. Es liest sich spannend, wie die Antworten zum Teil einhellig, zum Teil unterschiedlich ausfallen auf die Frage, wie vermessen Kunst sein darf, welche Regeln sie braucht, wonach sich ihr Wert bemisst wo Kunst irrt – und was Oper ist, kann und muss. Eine hilfreiche Lektüre für Anfänger und Fortgeschrittene. Download unter https://www.staatsoper.de/maxjoseph.html frei nach Hans Sachsen Fliedermonolog:

 

»Ich fühl's – und kann's nicht versteh'n –

kann's nicht behalten – doch auch nicht vergessen;

und fass ich es ganz – kann ich's nicht messen!

Doch wie wollt' ich auch messen,

was unermesslich mir schien?

Kein' Regel wollte da passen

und war doch kein Fehler drin.«

 

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Busse-Vortrag am 10. Mai entfällt

Leider musste Intendant Bodo Busse aus Coburg den heutigen Vortrag bei uns wegen einer akuten Erkrankung absagen. Er wird den Vortrag aber gerne zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Wir hoffen sehr, dass diese Nachricht Sie noch rechtzeitig erreicht und Sie heute Abend nicht umsonst zum Bamberger Hof kommen, denn so kurzfristig sind wir nicht in der Lage, einen Ersatz aufzutreiben. Wir melden uns gerne wieder, sobald wir den Nachholtermin wissen und/oder sonstige Neuigkeiten für Sie haben.

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Seit Montag wird wieder gemahlert!

Wer einmal dabei war, macht es immer wieder und besucht alle öffentlichen Runden im Mahler-Dirigenten-Wettbewerb der Bamberger Symphoniker, denn das ist eine wunderbare Schule des Hörens. Wann und wo sonst hat man die Gelegenheit zum direkten Interpretationsvergleich? Hier die Termine:

Montag, 9. Mai
10.00 bis 12.30 Uhr: Hauptrunde
17.00 bis 19.30 Uhr: Hauptrunde

Dienstag, 10. Mai
10.00 bis 12.30 Uhr: Hauptrunde

Mittwoch, 11. Mai
10.00 bis 12.30 Uhr: Semifinale
17.00 bis 19.30 Uhr: Semifinale

Donnerstag, 12. Mai
10.00 bis 11.00 Uhr: Semifinale 
17.00 bis 20.00 Uhr: Finale

Freitag, 13. Mai
19.00 Uhr: Abschlusskonzert, dirigiert vom ersten Preisträger oder dem Wettbewerbsgewinner

 

Aktuelle Termine finden Sie unter https://www.bamberger-symphoniker.de/the-mahler-competition/ablauf.html

 

 

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Maistersingermonat

Einige unserer Mitglieder sind im Monat Mai vor allem in Sachen Die Meistersinger von Nürnberg unterwegs: Eine Fahrgemeinschaft besucht am 8. Mai die Derniere der Inszenierung am Opernhaus in Chemnitz (Regie: Michael Heinicke, Dirigent: Frank Beermann), die am 19. März 2016 zum ersten Mal gezeigt wurde.

Am 16. Mai folgt die Premiere der Meistersinger-Neuinszenierung an der Bayerischen Staatsoper (Regie: David Bösch, Dirigent: Kirill Petrenko, mit Wolfgang Koch als Sachs, Jonas Kaufmann als Stolzing und Markus Eiche als Beckmesser), die um 16 Uhr auch live im Radio auf BR Klassik übertragen wird. Und zum Monatsende, am 29. Mai, gibt es in Erfurt eine weitere Meistersinger-Premiere (Regie: Vera Nemirova, Dirigentin: Joana Mallwitz), eine Produktion, die im Herbst unter der musikalischen Leitung von Kirill Karabits, der Konzertfreunden schon von seinen Auftritten in Bamberg her ein Begriff ist, auch in Weimar aufgeführt wird. Mehr dazu später unter Beers Tipps.

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Sehen wir uns heute im Kino?

Am 30. April 2016 um 19 Uhr steht im CineStar Bamberg als Live-Übertragung aus der New Yorker Met Elektra von Richard Strauss auf dem Programm, in einer genialen Inszenierung von Patrice Chéreau, der die Übernahme dieser seiner letzten Regiearbeit an das berühmte amerikanische Opernhaus nicht mehr erleben durfte. Chéreau, der im Alter von nur 32 Jahren durch seine Ring-Inszenierung 1976 in Bayreuth auf einen Schlag in der ganzen Welt bekannt wurde, hat Elektra 2013 beim Festival von Aix en Provence inszeniert und starb wenige Monate nach der Premiere an Krebs siehe Nachruf in meinem Wagner-Jahr-Blog auf http://www.infranken.de/ueberregional/infrankenblog/Ein-Theatergenius-mit-Charme-und-Feuer;art61321,542299

Die Produktion wurde mit denselben Solisten ins Programm der Mailänder Scala übernommen und wird nach der Met u.a. auch noch an der Berliner Staatsoper Station machen. Wie bei der Premiere dirigiert Esa-Pekka Salonen, aus der ursprünglichen Besetzung sind außerdem Waltraud Meier als Klytämnestra und Adrianne Pieczonka als Crysothemis dabei. Die Titelpartie singt und spielt Nina Stemme, Orest ist der amerikanische Bass Eric Owens. Es lohnt sich garantiert – auch wenn dieser Opernabend vergleichsweise kurz ist. 

 

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Faszinierender »Tristan« in Landshut

Ensembleszene vom Ende des 1. Akt der Tristan-Inszenierung von Stefan Tilch im Bühnenbild des Bamberger Künstlers Karlheinz Beer    Foto: Peter Litvai

 

Begeistert waren am Ende alle: Unsere Kunst- und Opernfahrt nach Landshut am 10. April war ein voller Erfolg. Beeindruckend schon die kundige Führung durch das in einen Bergstollen gebaute Skulpturenmuseum von Fritz Koenig, die Lust aufs Wiederkommen machte. Auch das anschließende Mittagessen im Schlosshotel Schönbrunn war ein Genuss. Ganz zu schweigen von der Neuinszenierung von Wagners Tristan und Isolde im Theaterzelt des Niederbayerischen Landestheaters, einem Renovierungsprovisorium, in dem außer der übermäßigen Heizung nichts provisorisch war – entgegen mancher Befürchtung selbst die Akustik nicht. Im Gegenteil: Keiner der 28 Tristan-Besucher aus dem durch das A-Orchester der Symphoniker verwöhnten Bamberg merkte, dass die um immerhin über zwanzig Musiker aufgestockte Niederbayerische Philharmonie zumindest, was den Tariflohn betrifft, nur ein D-Orchester ist.

 

Zudem gab es am Sonntag eine Ausnahme- und Notsituation: GMD Basil Coleman, der noch am Freitag die umjubelte Premiere dirigiert hatte – bei der Premierenfeier erzählte Intendant Stefan Tilch, dass ein Landshuter Opernfreund, der seit über vierzig Jahren alle Premieren miterlebte, ihm sagte, dass es noch nie einen solchen Beifall gegeben habe – musste wegen einer plötzlichen Erkrankung absagen. Uwe Sandner, GMD am Pfalztheater Kaiserslautern, der erst am Samstag dort die Premiere einer Tristan-Neuinszenierung dirigiert hatte, sprang ein und löste die schwierige Aufgabe mit den quasi auf der Stuhlkante sitzenden Musikern und den noch konzentrierteren Sängern so souverän, dass man nur staunen konnte. Eine einzigartige Gesamtleistung.

 

Dass die rundherum überzeugende Annette Seiltgen nur zwei Tage zuvor ihre erste Isolde, der sängerdarstellerisch unter die Haut gehende Stephan Bootz seinen ersten König Marke und Anne-Theresa Møller ihre erste Brangäne gesungen hatten, dass George Humphrey an diesem Abend sein Tristan-Debüt überhaupt feierte, merkte man den Interpreten nicht an. Bleibt noch zu berichten, dass auch szenisch der Funken übersprang. Die Inszenierung von Intendant Stefan Tilch im sich von Akt zu Akt verändernden Museumsraum von Karlheinz Beer mit den Videos von Florian Rödl und den Kostümen von Ursula Beutler ist ein bannendes Kammerspiel mit einigen Szenen, die man so noch nicht gesehen, verstanden und nachempfunden hat. Termine und Fotos von Peter Litvai zur Aufführung gibt es unter http://www.landestheater-niederbayern.de/events/128

 

Unser RWV-Mitglied Karlheinz Beer arbeitet in Passau konkret längst an seinem nächsten Opernbühnenbild. Am 14. Mai 2016 hat in der Dreiländerhalle Passau – auch das ein größerer Spielort des Theaters als sonst – Giuseppe Verdis Aida in der Regie des britischen Regisseurs Stephen Medcalf Premiere. In Landshut wird die Inszenierung bei gutem Wetter als Freilichtaufführung im Prantlgarten gezeigt, also just dort, wo auch das eingangs erwähnte Skulpturenmuseum situiert ist.

  

 

Wagnerurenkelin Daphne Wagner und Tristan-Bühnenbildner Karlheinz Beer bei der Premierenfeier im Landshuter Theaterzelt am 8. April 2016                Foto: Monika Beer 

 

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Dagny Beidler ist Symphoniker-Fan

Wagner-Urenkelin Dagny Beidler, die Enkelin von Isolde Beidler, der ersten gemeinsamen Tochter von Richard und Cosima Wagner,  und Musikologin und Wagnerkennerin Professor Eva Rieger kamen zu ihrem Vortrag in Bamberg schon einen Tag früher, um die Bamberger Symphoniker, die sie unter anderem schon von etlichen Auftritten beim Luzern-Festival kannten und bewunderten, auch in ihrer eigenen Konzerthalle erleben zu können. Nach dem Konzert am 4. April schrieb die Wagner-Urenkelin aus dem schweizerischen Familienzweig über ihre unvergesslichen Eindrücke wie folgt: »Noch immer klingt das Konzert der Bamberger Symphoniker in mir nach. Die Interpretation der 3. Mahler war eine Offenbarung. Diese Hingabe des Orchesters und dieses einfühlende Dirigat von Jonathan Nott waren ein Höhepunkt in meinem Konzertleben. Es war einfach überwältigend. Es war auch festzustellen, wie stolz die Bamberger auf ihr Orchester sind.«

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Ein Blaustrumpf als Bildungslücke

Die feministische Musikologin Eva Rieger (links), Wagner-Urenkelin Dagny Beidler (rechts) und im Hintergrund ein Bildnis von Malwida von Meysenbug                      Foto: Anja Hartmann

 

Dass Richard Wagner die unterschiedlichsten Menschen in seinen Bann ziehen konnte, ist bekannt. Für viele eine Bildungslücke schloss sich am 5. April mit dem gemeinsamen Vortrag von Wagner-Urenkelin Dagny Beidler aus dem schweizerischen Winterthur und der feministischen Musikologin Eva Rieger

aus Vaduz in Liechtenstein über Malwida von Meysenbug (1816–1903). Die aus Kassel stammende Schriftstellerin war nicht nur eine sehr erfolgreiche Autorin, deren Memoiren einer Idealistin sich zum Missfallen Wagners besser verkauften als dessen Autobiografie, sondern war eine politisch aufgeklärte, demokratisch und liberal gesinnte Frau, die aus gutem Grund als eine Vorläuferin der Frauenemanzipation gilt. Dass sie eine Idealistin war, lässt sich schon daran ablesen, dass sie sich trotz ihrer adeligen Herkunft mit Herz und Hirn der 1848er Revolution verschrieb und als unverheiratetes Fräulein zeitlebens für das Recht der Frauen auf Bildung und Arbeit kämpfen sollte.

 

»Noch sah ich meinen Weg nicht klar«, schrieb sie in ihren Erinnerungen über ihre jungen Jahre, »wusste noch nicht, wie ich verwirklichen sollte, was sich in meinen

Gedanken bewegte, aber ich fühlte, dass das Ziel meines Lebens hinfort sein werde, an der Emanzipation der Frauen von den engen Grenzen, welche die Gesellschaft ihrer Entwicklung gesteckt hat, und von den Kleinlichkeiten und der Unwissenheit, welche die Folgen davon waren, arbeiten zu helfen.« Was das konkret im 19. Jahrhundert bedeutete, schilderten die Referentinnen einprägsam am Beispiel von Malwidas Brotberuf in ihrem britischen Exil als Hauslehrerin und Gouvernante.

 

Erstaunlicherweise war sie schon aufgrund einiger theoretischer Schriften und noch in Unkenntnis der Musik eine Wagnerianerin. Auf das erste, noch kühle Treffen der beiden in London, wo Malwida zeitweise lebte, folgten viele weitere, darunter zur ausgepfiffenen Tannhäuser-Uraufführung in Paris und den ersten Festspiel-Aufführungen in Bayreuth. Sie fand Aufnahme in den engsten Freundes- und Familienkreis, obwohl Wagner gebildete und emanzipierte Frauen wie sie sonst gerne als Blaustrümpfe bezeichnete, war in Wahnfried ebenso gerne gesehen wie bei diversen Aufenthalten der Wagners in Italien, wo Malwida sich zuletzt niederließ.

 

Der informative und inspirierende Vortrag gewann seine Lebendigkeit auch durch die abwechselnd, mit unterschiedlichen Stimm- und Dialektfarben sprechenden Referentinnen, die anschließend einige ihrer Bücher signierten und sich mit den Besuchern, die in den schönen Dachgeschoss-Saal der Stadtbücherei gekommen waren, noch länger angeregt austauschten. Beidler und Rieger waren übrigens schon tags zuvor gekommen und konnten unter anderem auf Einladung der Bamberger Symphoniker das legendäre Dutilleux- und Mahlerkonzert mit der Sopranistin Barbara Hannigan und der Altistin Gerhild Romberger unter Jonathan Nott erleben, was die nicht erst seit dem halbkonzertanten Ring in Luzern schon vorhandene Begeisterung der beiden für unser Orchester nur noch größer machte. Apropos Luzern: In Bamberg fand die Premiere ihres Meysenbug-Vortrags statt, die nächste Station wird im November die Wagnervilla in Tribschen sein.

 

Dagny Beidler (rechts), Eva Rieger (links) und RWV-Vorsitzende Jasenka Roth nach dem Meysenbug-Vortrag in Saal der Stadtbücherei                                                  Foto: Anja Hartmann

 

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Perlen aus der Tiefe der »Winterreise«

Laut Kurt Tucholsky hat jedes Glück einen kleinen Stich: Der wunderbare Winterreise-Abend am 21. März 2016 von und mit Hugo Scholter im Bamberger Hof schlug die Besucher, darunter Winterreise-Interpret und Bariton Christoph von Weitzel aus Bad Windsheim, nachhaltig in Bann. RWV-Bamberg-Vorsitzende Jasenka Roth resümierte denn auch: »Hugo Scholter hat für uns die Perlen aus der Tiefe geholt.« Nur bedauerten all jene, die im Januar den 24-teiligen Liederzyklus in Coburg erleben konnten, dass es die kenntnisreiche Einführung erst jetzt gab. Schon die von Scholter ausgewählten Musikbeispiele machten klar, wie unterschiedlich Sänger und Pianisten das Schubert-Werk angehen. Was den Referenten aber nicht davon abhielt, inhaltlich klare Aussagen und Kommentare zu geben. Und wer weiß: Vielleicht wird die von ihm inszenierte Winterreise mit Christoph von Weitzel nach über hundert Vorstellungen 2017 endlich auch in Bamberg zu erleben sein? Unser Bild zeigt den Bariton und vielmaligen Winterreise-Interpreten Christoph von Weitzel (links) und unser Mitglied Hugo Scholter, seines Zeichens Schauspieler, Regisseur, Rezitator, Musiker und Gesangspädagoge.

Foto: Eva-Suzanne Bayer

 

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Wagner, Verdi und vor allem: Wir!

Unser Gast aus Dortmund, der Journalist, Wagnerbuch-Autor und Professor Holger Noltze, überraschte die Zuhörer am 11. März 2016 mit seiner relativ spät erwachten hohen Wertschätzung für Giuseppe Verdis Opern, machte aber im Gespräch mit Matthias Hain, dem kundigen Fragesteller, PR-Referenten der Bamberger Symphoniker und zeitweiligen RWV-Bamberg-Vorsitzenden, klar, dass Wagner natürlich auch seine Meriten hat. Aber eben andere. Was die animierten Zuhörer in der Nachbereitung gerne zu seinem hochgelobten Buch Liebestod. Wagner, Verdi, Wir (Verlag Hoffmann und Campe) greifen lässt. Und er verdeutlichte vor den nicht nur darob erfreuten Zuhörern immer wieder, dass es bei aller Musik-, Opern-, Gesangs- und Inszenierungskunst vor allem darauf ankommt, was sie aktuell bei jedem einzelnen auslöst. Was für ein inspirierender und auf hohem Niveau auch unterhaltsamer Abend!

 

Prof. Dr. Holger Noltze (links) im Gespräch mit Matthias Hain   Foto: D. Schunk-Assenmacher 

 

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Nike Wagner bei uns in Bamberg

Erstmals war Wagner-Urenkelin Nike Wagner am Samstag, 6. Februar 2016, in Bamberg zu erleben und sprach auf Einladung des Richard-Wagner-Verbands  im vollbesetzten großen VHS-Saal zum Thema Wagners BeethovenWeitere Texte und Berichte zu dieser Veranstaltung finden Sie unter Presse und unter Rückblick.

Nike Wagner (ganz links) mit Jasenka Roth, 1. Vorsitzende des RWV Bamberg, Christine Sünkel, stellv. Leiterin der VHS Bamberg Stadt, RWV-Mitglied Christiana Schmidt und 3. Bürgermeister Wolfgang Metzner, sowie (rechts) ein Blick in den vollbesetzten Saal der Volkshochschule Bamberg Stadt    Foto: Dietlinde Schunk-Assenmacher

 

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Unsere Vortrags- bzw. Gesprächsveranstaltungen finden, wenn nicht anders angegeben, in den Seminarräumen in der 1. Etage des Hotels Bamberger Hof, Schönleinsplatz 4, statt. Der Eintritt ist frei, Gäste sind willkommen. 

(Stand: 24. 4. 2016, Terminänderungen vorbehalten) 

 

 

Bamberger Bürgernadel für Ingrid Huther-Thor

Für ihre besonderen Verdienste um den Richard-Wagner-Verband Bamberg hat Oberbürgermeister Andreas Starke am 24. Juli 2014 unserer langjährigen Vorsitzenden Dr. Ingrid Huther-Thor die Bamberger Bürgernadel verliehen. Sie sorgte dafür, dass der vor Jahrzehnten »eingeschlafene« Verband wieder gegründet wurde und leitete ihn mit großem Erfolg von 2003 bis 2013!

 

 

Nachruf 

Wir trauern um unsere Ehrenmitglieder  Margaretha Krackhardt (19232013) und Rudolf Krackhardt (1925–2015).